Gemeinsamer Aufruf zur Corona-Pandemie

von OB Dr. Klaus Weichel und Priv.-Doz. Dr. Christian Mönch, Ärztlicher Direktor des Westpfalz-Klinikums

„Bitte bleiben Sie zu Hause!“

Angesichts des immer weiter grassierenden Corona-Virus rufen wir erneut zur Besonnenheit auf und appellieren an das Verantwortungsbewusstsein der Kaiserslauterer Bürgerinnen und Bürger.

Wir fordern Sie auf, sich ausnahmslos an die Anweisungen der erlassenen Verfügungen sowie an die Hinweise des Robert-Koch-Instituts zu halten und soziale Kontakte nur mit räumlichen Abstand wahrzunehmen.

Dr. Weichel:

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, Sie wissen so gut wie ich: Das Corona-Virus verbreitet sich mit unglaublicher Geschwindigkeit, wie Sie den steigenden Fallzahlen allein in unserer Region entnehmen können. Dies ist nur unter Einhaltung größter Vorsicht und persönlicher Beschränkung einzudämmen. Nur durch solidarisches Handeln aller Bürgerinnen und Bürger kann unsere Stadt vor einem unkontrollierbaren Ausbruch des Corona-Virus bewahrt werden. Also tun Sie sich und uns bitte einen Gefallen: Bleiben Sie zu Hause! Das Virus ist nicht auf die leichte Schulter zu nehmen. Sie kennen die erschreckende Realität, die in Italien und Teilen Frankreichs vorherrscht. Hier geht es nicht um eine einfache Grippewelle. Hier geht es letztendlich um Leben und Tod!

Dr. Mönch:

Aktuell ist es für unsere Bevölkerung überlebenswichtig, die Pandemie mit dem Corona-Virus einzudämmen und eine weitere Verbreitung zu verhindern.

Hierfür gibt es nur eine Maßnahme:

Zu Hause bleiben und Kontakte zu anderen Menschen wo immer es geht vermeiden.

Aber auch bei Kontakt mit Menschen sind Verhaltensregeln wie Hygiene, Niesetikette usw. einzuhalten und Abstand zu halten.

Leider gibt es bislang viele Menschen, die sich nicht an diese Maßgaben halten, im Gegenteil, vielfach wird sich darüber lustig gemacht und die Situation wird verharmlost. Dadurch ist es bereits zu vielen vermeidbaren Neuinfektionen in Deutschland gekommen, die sich nun rasant ausbreiten.

Bei einer unkontrollierten Ausbreitung können die Krankenhäuser in Deutschland schnell an ihre Kapazitätsgrenzen kommen, dieses gilt es nun gemeinsam zu verhindern.

Bleiben Sie zu Hause!

Jeder ist gefragt!

Ab heute. Nicht erst ab morgen!

Verzichten Sie auf Treffen in größeren Gruppen.

Helfen Sie mit, andere zu überzeugen und Verhaltensregeln einzuhalten!

Seien Sie ein Vorbild und gehen sie mit gutem Beispiel voran.

Nochmals: Das bedeutet, dass so viele Menschen in Kaiserslautern wie möglich ab jetzt zu Hause bleiben sollten.

Dr. Weichel:

Damit ist der eigenverantwortliche Beitrag jeder Bürgerin und jedes Bürgers gefragt, sowohl im persönlichen Umfeld als auch in beruflichen Funktionen oder im ehrenamtlichen Engagement. Das bedeutet im Klartext: Persönliche Gesprächskontakte, die als Hauptübertragungsweg der Tröpfcheninfektion gelten, sollten grundsätzlich auf wenige, jederzeit bekannte und anzugebende Personen reduziert werden. Es gehört außerdem dazu, künftig vorausschauend zu planen. Das heißt, jeder kann sich zusammen mit der Familie, Haushaltsmitgliedern und Freunden ein persönliches Maßnahmenkonzept zusammenstellen, das sich auch über eine längere Zeit durchhalten lässt. Das reicht von der Weitergabe von Tipps zu Online-Fitness, über Verabredungen zu gemeinsamen Spaziergängen „mit Abstand“ oder der Meidung von engem Kontakt in öffentlichen Verkehrsmitteln. Feiern jeglicher Art sollten unbedingt verschoben werden, die Ansteckungsgefahr ist einfach zu groß.

In unserer heutigen digitalen Welt ist es so einfach wie nie, soziale Kontakte sowie die Ausübung vieler Berufe auch ohne ein physisches Treffen aufrechtzuerhalten. Home-Office, Telefon- oder Videomeetings, Unterhaltungen über Skype, WhatsApp Videotelefonie, Face Time und Co., all das ist ohne Probleme möglich und kann helfen, weiterhin sozial zu interagieren. Auch Menschen, die sich mit sozialen Medien (noch) nicht so gut auskennen sollten ermutigt werden, sich mit dieser Thematik auseinanderzusetzen. Sicherlich ist es auch möglich, dabei Hilfestellungen zu leisten – etwa auch durch unsere städtische KL.digital Gesellschaft.

Dr. Mönch:

Wenn wir alle solidarisch handeln, könnten wir es schaffen, die Ausbreitung des Virus zu reduzieren. Was passiert, wenn Kapazitätsgrenzen erreicht werden, sieht man in Italien. Nicht alle behandlungspflichtigen Menschen können dort behandelt werden; dadurch kann nicht allen Menschen geholfen werden und viele Menschen sind bereits verstorben.

Aktuell bereiten sich die Krankenhäuser in Deutschland gemeinsam mit der Regierung auf den zu erwartenden Massenanfall von CoVid-19 Patienten vor. Wir sind gut vorbereitet und werden viele Patienten behandeln können. Wenn die Bevölkerung aber aus Unvernunft oder Unverständnis nicht hilft, Infektionsketten zu unterbrechen, werden diese Maßnahmen nicht allen Menschen ausreichend helfen können.

Vergessen Sie nicht, dass auch während der jetzigen CoVid-19 Krise viele Menschen mit dringend behandlungspflichtigen Erkrankungen wie Unfällen, Schlaganfall, Herzinfarkt oder Krebs behandelt werden müssen. Auch hierfür müssen im ausreichenden Maße Kapazitäten erhalten bleiben.

Ich bin mir sicher, die Krankenhäuser in Deutschland und das Westpfalz-Klinikum sind sehr gut aufgestellt und vorbereitet auf das was kommt; aber ohne Ihre Hilfe werden wir dem Virus nur hinterherrennen.

Helfen Sie mit, die Krankheit einzudämmen und zu überholen. Nur so können wir diese schreckliche Pandemie besiegen.

Dr. Weichel:

An dieser Stelle möchte ich auch ausdrücklich jedem danken, der sich für die Eindämmung der Pandemie, die Pflege der Betroffenen und die Betreuung von Kindern berufstätiger Eltern einsetzt. Allen Einsatzkräften von Feuerwehr, Gesundheitswesen und Polizei sei von Herzen für Ihren unermüdlichen Einsatz gedankt. Wir wissen Ihre Leistung sehr zu schätzen!

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, wir haben es mittlerweile mit einer Pandemie zu tun, die kaum noch aufzuhalten ist. Was können wir, was kann jeder einzelne von uns jetzt noch tun? Die Folgen möglichst geringhalten!

Deshalb müssen wir räumlichen Abstand zu anderen Menschen halten und möglichst zu Hause bleiben, bis die Ausbreitung des Virus zurückgeht. Darum rufe ich Sie dringend dazu auf: Zeigen Sie Verantwortung, verhalten Sie sich besonnen und helfen Sie mit, diese beispiellose Krise zu bewältigen. Und vor allem: Bleiben Sie gesund.

Pressestellen Stadt und Westpfalz-Klinikum

Porträt Dr. Klaus Weichel, Oberbürgermeister der Stadt Kaiserslautern

Oberbürgermeister Dr. Klaus Weichel

Dr. Christian Mönch

Priv.-Doz. Dr. Christian Mönch, Ärztlicher Direktor des Westpfalz-Klinikums Kaiserslautern