#unserübermorgen – Zukunftskongress mit Besonderheiten

By Januar 22, 2021Aktuelles
Grafik zum Zukunftskongress "Heute.Morgen.Übermorgen"

Ich werde freundlich am Empfang begrüßt, bekomme meinen Messeausweis überreicht und die Tür zum Vortragssaal wird mir auch noch geöffnet. Klingt in pandemischen Zeiten zu gut, um wahr zu sein? Nicht beim Zukunftskongress „Heute.Morgen.Übermorgen“.

Der Kongress fand natürlich – ganz entsprechend der Hygieneregelungen – rein virtuell statt. Doch die Online-Variante konnte sich wirklich sehen lassen. Mithilfe von kleinen Videos war man mittendrin und wurde von Raum zu Raum begleitet.

Thema bzw. zentraler Punkt der Veranstaltung der OD Pfalz (Offene Digitalisierungsallianz Pfalz) war der Blick in die Zukunft. Wie wollen wir heute, morgen, übermorgen arbeiten? Wie wollen wir leben, kommunizieren und wohnen?

Ein Astronaut und eine Youtuberin berichten

In der Lobby, die gleichzeitig auch als Übersichtsseite fungierte, begrüßte Moderatorin Daniela Bublitz freundlich in einer Live-Videoschalte und nach einer kurzen Einführung ging es direkt interaktiv weiter. Graphic Recorder Thorsten Ohler wurde per Liveschalte zum Zukunftskongress dazugeholt. Sein Job: während der Panels, live Skizzen zu den Inhalten anfertigen. Cooler Special-Effect: Die Skizzen wurden virtuell erstellt und Teilnehmerinnen und Teilnehmer konnten über einen Link alle Skizzen betrachten und per virtuellem Post-it auch ihren Senf dazugeben.

Den Einstieg ins Programm machte dann Dr. Thomas Reiter von der ESA (European Space Agency) mit einem Vortrag über die Höhepunkte der europäischen Raumfahrtsgeschichte. Und er muss es ja wissen, schließlich war Reiter als Astronaut selbst auf der russischen Raumstation MIR und der internationel Raumstation ISS.

In den Panels erklärte z.B. Youtuberin Sarina Hübner („So many tabs“), wie der klassische Enkeltrick ins Web verlegt wird. Worauf muss ich achten, damit ich nicht auf fiese Tricks reinfalle? Und warum ist das, sogar für die Netz-Profis unter uns, manchmal gar nicht so einfach?

Kreative Mittagspause beim Zukunftskongress

Parallel dazu sprachen zwei Bewohner des ESA-Wohnheims in Kaiserslautern (diesmal keine Raumfahrt, sondern: „EnergieSparende Architektur“) über ihre ungewöhnliche Wohnform und warfen einen Blick in die Zukunft des Wohnens. Wohnen wir bald schon wieder mit mehr Generationen unter einem Dach? Oder bleibt das Ein-Familienhaus mit Aufklapp-Pool und Trampolin der Standard? In der Fragerunde stellten sich die beiden auch kritischen Fragen der Teilnehmer/-innen.

Beteiligung war übrigens auch wieder über unsere Social Wall möglich. Neben viel Lob für das Programm und die Speakerauswahl, bekam dort besonders die Mittagspause viel Aufmerksamkeit. Warum das? Ganz einfach: per Livestream sorgte DJ Stephan Baumann aka Modisch mit hybrider Elektro-Musik zuhause für Clubfeeling. Wer lieber „zocken“ statt tanzen wollte, konnte sich im Onlinespiel „Minetest“ virtuell durch den Pfälzer Wald bewegen.

Auch digital kommen Gefühle auf

Am Nachmittag ging es dann um das Zusammenspiel zwischen digitaler Welt und Mensch. In „Die Zukunft ist menschlich“ mit Andera Gadeib ging es z.B. um Roboter-Kuscheltiere, die älteren Menschen mit Demenz helfen sollen. Zur oft gestellten Fragen, ob der Mensch durch KI ersetzt wird, wagte sie eine Prognose: Projekte, die zu technozentriert sind, werden scheitern, weil sie den Menschen nicht in den Mittelpunkt stellen.

Im Anschluss warfen wir einen Blick auf unsere aktuelle (Homeoffice-)Arbeitswelt. Viele von uns merken, wie der Druck wächst, (scheinbar) ständig erreichbar sein zu müssen – Besonders wenn man das eigene Smartphone auch dienstlich verwendet. Der Vortrag von Prof. Dr. Tanja Rabl, vom Lehrstuhl für Personalmanagement, Führung und Organisation an der TUK, behandelte genau diese Herausforderungen. Wie kann man mit dem so genannten „Technodistress“ umgehen und ihn in etwas Positives („Technoeustress“) umwandeln? Gerade für die Gesundheit und Psyche ist eine Auseinandersetzung damit richtig sinnvoll. Auch spannend für das Teamfeeling war eine Frage am Schluss: Wenn wir vermehrt ohne analoge Begegnungen arbeiten – wie fördern wir die Identifikation mit einer überwiegend digitalen Company? Rabls Tipp: wo es möglich ist, face to face Treffen, um Zugehörigkeitsgefühl zu schaffen.

Und auch wenn der Zukunftskongress rein digital ablief – ein bisschen konnte das Gefühl von „face to face“ vermittelt werden. Die persönliche Ansprache, die Videos zum „Raumwechsel“ und die vielen tollen Möglichkeiten der Beteiligung haben ein (fast) echtes Gefühl des „Dabeiseins“ ausgelöst. In pandemischen Zeiten ist das besonders schön.